Schnell wie die Feuerwehr
Wenn es brennt, wird die Feuerwehr gerufen und man kann sich darauf verlassen, dass sie sofort kommt. Das war nicht immer so. In früheren Zeiten mussten die Bewohner der Städte sich bei Bränden selbst helfen. Nachdem die Brandglocke geläutet wurde, rannten die Männer von ihrer täglichen Arbeit zur Brandstelle. Menschenketten wurden gebildet und reichten Eimer mit Wasser bis zum Brandherd weiter. Die Effizienz solcher Löschversuche war gering. Nach verheerenden Bränden in den Städten entstanden im 17. Jahrhundert die ersten Feuerwehren.
Es gibt in größeren Städten Berufsfeuerwehren. In kleinen Gemeinden besteht die Feuerwehr aus Freiwilligen, die zwar eine Schulung als Feuerwehrleute haben, aber ihr Geld in einem anderen Beruf verdienen. Bei Feueralarm werden die freiwilligen Feuerwehrleute über die Feuersirene und/oder über ein kleines Gerät (Piepser) alarmiert. Sie beenden dann sofort ihre Tätigkeit und begeben sich zum Feuerwehrhaus, wo sie weitere Instruktionen erhalten.
Bei den heutigen Feuerwehren ist in der Regel spätestens nach zehn Minuten das erste Einsatzfahrzeug an der Brandstelle. Wenn die Ortsangaben stimmen bzw. jemand die Feuerwehr empfängt, können die Löschvorbereitungen sofort beginnen. Die Feuerwehr wird auch für andere Notfälle gerufen. Sie hilft beispielsweise bei Überschwemmungen, umgestürzten Bäumen, Autounfällen und wenn Mineralöl ausgetreten ist.
Abenteuer der besonderen Art - die Jugendfeuerwehr
Kinder und Jugendliche sehnen sich nach Abenteuer und Herausforderungen. Wo könnte man die besser erleben als in der Jugendfeuerwehr. Schon ab einem Alter von zehn Jahren können Jungen und Mädchen Mitglied bei der Jugendfeuerwehr werden. Kleinere Kinder dürfen in manchen Orten als Kindergruppe erste Tuchfühlung aufnehmen. Damit ist keine Gefahr, aber viel Interessantes verbunden. Hier wird die Ausbildung mit echten Feuerwehrgeräten geübt. In gemischten Gruppen lernen die Kleinen von den Größeren alles, was für den echten Einsatz einmal nötig ist.
Neben dem Fachwissen, das in Theorie und praktischen Übungen vermittelt wird, gibt es viele interessante, Freizeitaktionen, die die Gemeinschaft stärken. Spiel, Spaß und Kameradschaft werden bei der Jugendfeuerwehr gepflegt. Regelmäßig werden Ferienaufenthalte in Zeltlagern durchgeführt. Wer zur Jugendfeuerwehr gehört, hat immer einen Platz, wo er hingehen kann. Jugendliche, die zur Jugendfeuerwehr gehören, lernen etwas Sinnvolles für die Gemeinschaft zu tun. Sie trainieren ihr Sozialgefühl, ihre Fitness und gewinnen durch ihre Tätigkeit viele Kontakte und stärken ihre Selbstbewusstsein. Die Teilnahme an der Jugendfeuerwehr ist übrigens kostenlos. Ab dem Alter von 16 Jahren werden die ausgebildeten Jugendlichen dann auch zu echten Einsätzen mitgenommen.
Welche Taktiken nutzt die Feuerwehr zur Brandbekämpfung?
In Situationen der Gefahr fällt es ungeschulten Menschen schwer, klare Entscheidungen zu treffen. Als zum Beispiel in einer Sindelfinger Familie die Weihnachtspyramiden an Heilig Abend Feuer fingen, waren die Bewohner so sehr schockiert, dass sie erst nachdem auch der Weihnachtsbaum in Flammen aufging, genug Fassung hatten, um die Feuerwehr zu rufen. Damit Feuerwehrleute am Brandherd nicht erst lange überlegen müssen, sondern schnell und zielgerichtet handeln können, wird die Feuerwehrtaktik eingeübt. Dieses Blockschema wird seit den 60er Jahren erfolgreich eingesetzt und lässt sich grob in folgende Punkte gliedern: Lagefeststellung mit anschließender Beurteilung, Planung der Brandbekämpfung, Anweisungen und deren Ausführung, Kontrolle und Überwachung der Brandstelle.
Im Brandfall muss durch die Lagefeststellung zuerst beurteilt werden, ob Personen gerettet werden müssen. Weiterhin werden die Art des Brandes, die Möglichkeiten zur Löschung und die erforderliche Geräteausrüstung eingeschätzt. Menschenleben gehen grundsätzlich vor, deshalb wird, noch bevor eventuell angeforderte Verstärkung eintrifft, mit der Personenrettung begonnen.
Da die Zuständigkeiten bei der Feuerwehr bereits vor dem Einsatz klar definiert sind, laufen die Rettungs- und Löscharbeiten ohne Verzögerungen ab. Das wiederholt eingeübte Fachwissen hilft allen Feuerwehrleuten, schnell und effizient die Geräte einzusetzen. Jede Minute zählt hier und kann für das Gelingen entscheidend sein. Die Männer und Frauen von der Feuerwehr bergen, löschen und schützen in ihren Einsätzen. Während der Brand bekämpft wird, muss auch weiterer Schaden verhindert werden. So kann es notwendig sein, Nachbarn zu evakuieren und angrenzende Häuser vorsorglich in den Löschvorgang mit einzubeziehen. Nachdem der Brand gelöscht ist, sorgt die Feuerwehr durch eine Brandwache dafür, dass eventuell versteckt schwelende Stellen wieder zu einer Neuentzündung führen.